"Gemeinsam gegen Einsam" das Seniorennetzwerk in Süd-West

Einladung zum Tanz

Unter vielen Älteren inzwischen längst kein Geheimtipp mehr sind die vielen Veranstaltungen des Netzwerkes Gemeinsam gegen Einsam. Ob montags morgens zum Frühstück ins FuNTASTIK mit anschließender Gymnastik oder zum Aktionsnachmittag am Dienstag, bei dem Gesellschaftsspiele und Gedächtnistraining angeboten werden oder auch zum Tanztee, immer geht es um Gesundheit, Bewegung und das gemeinsame Erlebnis...

 

 

Lebendige Gemeinschaft

Mit hefenden Händen fing alles an

Nicht mehr jung aber noch lange nicht alt und gebrechlich. Was früher die große Ausnahme und nur wenigen Privilegierten vorbehalten war, ist inzwischen eine Alltäglichkeit geworden: der aktive Ruhestand mit vielen interessanten nachberuflichen Tätigkeiten. Der Ruhestand, der seinen Namen längst nicht mehr verdient, ist zu einer Lebensspanne geworden, in der all das gelebt werden kann, was im Berufsleben oft zu kurz gekommen ist. Kreativität, bürgerschaftliches Engagement, soziales Miteinander. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen - soziale Mobilität, hohe Scheidungsraten, Hochaltrigkeit usw. – hat die individuelle soziale Vorsorge neben der finanziellen und gesundheitlichen Vorsorge erheblich an Bedeutung gewonnen. Wer Teil einer Gemeinschaft ist, d.h. wer gut für seine sozialen Netze sorgt, beugt der Vereinsamung vor und kann auch im hohen Alter auf die Hilfe anderer zurückgreifen. Dass diese Idee ankommt, zeigt sich daran, dass das vor zehn Jahren ursprünglich durch das Büro „Helfende Hände“ der Stadt Bergheim angestoßene Netzwerk „Gemeinsam gegen Einsam“ bis heute ein lebendiger und inzwischen unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Bergheim ist. Der Startschuss fiel am 15.11.2001 mit dem Seminar „Gibt es ein Leben nach dem Job“. Dieses Fortbildungsseminar unter der Leitung von Karin Nell, der Gründerin und Koordinatorin der Netzwerke Düsseldorf, hatte unter anderem das Ziel, ein Netzwerk für die Stadtteile Bergheim-Mitte, Kenten und Zieverich ins Leben zu rufen und konkrete erste Schritte für die Gründung von Netzwerk-Interessengruppen zu tun. Entgegen allen Erwartungen erfreute sich das Seminar eines regen Interesses. Ca. 60 Bergheimer Bürgerinnen und Bürger nahmen daran teil. Schon am ersten Abend vereinbarten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit gleichen Interessenlagen erste gemeinsame Treffen, bei denen dann weitere Schritte erörtert werden sollten. Aus den Anfangsangeboten (Netzwerk -Frühstück, Gesprächskreis, Besuchs- und Begleitdienst) entwickelten sich im Laufe der nächsten Monate aufgrund der Wünsche und Fähigkeiten der ehrenamtlichen

Mitarbeiterinnen weitere Gruppen, so z.B. Handwerkerdienst, Computergruppe, Internetcafé, Wandergruppe, Gymnastikgruppe, Kulturgruppe, Schachgruppe, Singkreis. Manche Netzwerkerinnen waren gleichzeitig in mehreren Gruppen und mit hohem zeitlichen Aufwand aktiv, andere wiederum engagierten sich nur punktuell oder sporadisch. Einige der Gruppen fanden in Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen, wie z.B. dem städtischen Jugendzentrum statt. Im Laufe des Jahres 2003 wurde das Büro „Helfende Hände“, das bis dahin das Netzwerk pädagogisch begleitete, geschlossen. Das Netzwerk wurde dem Projekt „Bergheim Südwest“ angegliedert, wo es bis heute Zuhause ist. Über die Dauer des zehnjährigen Bestehens haben sich einige Interessensgruppen geändert, andere wiederum sind eingestellt worden, viele aber sind immer noch aktiv. Durch das große Engagement der ehrenamtlich tätigen Mitbürger- innen und Mitbürger ist ein tragfähiges, stabiles Netzwerk „Gemeinsam gegen Einsam“ entstanden, das heute aus Bergheim nicht mehr wegzudenken ist.

Wir wünschen den aktiven Netzwerkerinnen und Netzwerkern auch weiterhin eine erfolgreiche Arbeit sowie die Kraft, den Mut und die Ausdauer für ihr ehrenamtliches Engagement.

Gisela Schöddert und Elisabeth Rastegar